Ladesäulen und Elektroautos – Der Landkreis-Check

Ladesäulen und Elektroautos – Der Landkreis-Check

08/05/2021 0 Von Toni Schlack

Ladesäulen und Elektroautos – Der Landkreis-Check 
Das Elektroauto befindet sich dieser Zeiten im Durchbruch. Die Kurve der Stromer zeigt seit dem Jahr 2019 deutlich nach oben. Ende des Jahres werden eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren. Auf welche Landkreise sich die Verbreitung der Stromer bezieht und ob der Ausbau der Ladesäulen mitkommt, erfahren Sie in unserem Check.

Durchschnittlich 0,65 % Elektroautos

Auf deutschen Straßen sind von 1.000 Fahrzeugen 6,5 mit Elektrostrom betrieben. Hybrid-Modelle sind bei dieser Rechnung bewusst ausgeschlossen. Dabei gibt es klare regionale Unterschiede. Den Spitzenplatz mit den meisten Elektroautos erreicht der Landkreis Wolfsburg. Gleich 6,87 % der Fahrzeuge werden mit Strom betrieben. Hintergrund ist selbstverständlich, dass Wolfsburg der Stammsitz von Volkswagen ist. Der zweite Platz steht ebenfalls in Verbindung mit VW. Die Stadt Weimar (5,4Prozent) wird vom Autokonzern wegen ihres Nummernschildes WE als Meldeort seiner Carsharing-Firma WeShare genutzt. Die Macht der Autokonzerne setzt sich fort. Auf Platz drei liegt Ingolstadt als Sitz von Audi. Platz vier geht an den LandkreisBraunschweig (1,9 Prozent), wo Volkswagen einen Standort hat. Daimler mit Werken in Stuttgart hebt den Landkreis auf Rang fünf (1,6 Prozent).

Deutliches Gefälle von West nach Ost

Abgesehen von den Besonderheiten der ansässigen Autokonzerne gibt es deutliche regionale Unterschiede bei der Verbreitung von E-Autos. Besonders häufig sind diese in wohlhabenden Gegenden wie dem Landkreis Landsberg oder Starnberg gemeldet. Die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg nehmen eine herausragende Rolle an, was sich mit dem Pro-Kopf-Einkommen dieser Länder erklären lässt. Schwach vertreten sind die Elektroautos im Osten Deutschlands. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat keiner der Landkreise eine Dichte von mehr als 0,5 % Elektrofahrzeuge. Das deutschlandweite Schlusslicht ist der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit 0,16 %.

Ladesäulen halten nicht Schritt

In Landkreisen, in denen mehr Elektroautos fahren, müssen selbstverständlich auch die öffentlichen Ladesäulen mitwachsen, damit die Stromer immer genügend Power nachtanken können. Dies ist sehr häufig jedoch nicht der Fall. Durchschnittlich sollen laut Vorgabe der Bundesregierung 11 Fahrzeuge eine öffentliche Ladesäule teilen. Rund um Wolfsburg sieht die Realität anders aus. Im Landkreis Peine liegt das Verhältnis bei 47:1. Im Landkreis Helmstedt 29:1. Dort, wo es besonders wenig Ladesäulen gibt, reichen auch schon wenige Elektroautos für ein schwaches Verhältnis. In der Prignitz kommen beispielsweise auf 116 Stromer nur 3 öffentliche Ladepunkte. Gerade der städtische Raum hat jedoch deutlichen Nachholbedarf. Auf dem Land hingegen existieren viele positive Beispiele. Zahlreiche Flächenkreise weisen ein gutes Verhältnis von Elektroauto und Ladesäule auf.